Special Teil 1: Das Material aus dem die Träume sind – Diamanten und Brillanten

Diamanten-Brillianten
Über Schmuck Bescheid zu wissen, heißt auch, sich mit seinen Materialien auszukennen. Um erkennen zu können, ob der Liebste für den Verlobungsring tatsächlich tief in die Tasche gegriffen oder doch bloß den Kaugummi-Automaten geplündert hat, verlangt es manchmal doch etwas Vorwissen. So ist es durchaus sinnvoll, sich mit hochwertigen Materialien auszukennen und sie voneinander unterscheiden zu können. Im ersten Teil unserer Material-Serie soll es direkt um die höchste Sprosse auf der Schmuck-Leiter gehen: um Diamanten und Brillanten.

Um mal gleich zu Beginn etwas wissenschaftlich zu werden, hier ein provokant-langweilig klingenden Fakt: Der Begriff „Diamant“ beschreibt meist oktaederförmigen und kristallinen Kohlenstoff – nicht  mehr und nicht weniger. Das mag zunächst unspektakulär klingen und schnell zu der Frage führen, warum denn immer nun so ein Wind um dieses Element gemacht wird. Doch jeder, der einmal ein diamantenbesetztes Schmuckstück in den Händen hielt oder es getragen hat, der wird wissen, woher die Aufregung um diese kleinen, funkelnden Steinchen kommt. Ein Diamant ist eben noch immer etwas anderes als Strass-Steinchen.

Historiker berichten von Hinweisen, die besagen, dass erste Diamantenfunde bereits mehrere tausend Jahre vor Christus zurückliegen – über die Geschichte hinweg gab es immer wieder Hinweise über deren Verwendung als Werkzeug (Diamant gilt als der härteste natürliche Stoff überhaupt), aber auch bereits als Schmuck oder Talisman. Letzteres lässt sich vor allem auf das starke Funkeln des Kristalls zurückführen, das selbst im ungeschliffenen Zustand bereits sehr auffällig ist.

Während im 19. Jahrhundert die erste diamantenbesetzte Kreissäge vorgestellt wurde und der Stoff erstmals künstlich hergestellt werden konnte, entwickelte sich der Diamant allmählich hin zum luxuriösen Schmuckstück, wie man es heute kennt. Obwohl der Diamant bereits zuvor für ähnliche Zwecke verwendet worden war, wurde ihm im Mittelalter keine große Bedeutung zugemessen – und ein besonders hoher Wert schon gar nicht.

Das mag aus heutiger Sicht schwer zu glauben sein, jedoch war für die Entwicklung hin zum heutigen Edelstein die Erfindung neuartiger Schleiftechniken vonnöten. Im 20. Jahrhundert wurden verschiedene Schliffe entwickelt und perfektioniert, sodass aus dem Diamant der maximale Glanz und die beste Lichtbrechung herausgeholt wurde – und er so schließlich zum Brillanten wurde.

Was viele nämlich offenbar nicht wissen: Bei einem Brillant handelt es sich keineswegs um eine andere Art Edelstein als beim Diamanten. Der Unterschied besteht einfach in seinem Zustand: Der unbearbeitete Stein ist der Diamant, der in der bekannten Trichter-Form geschliffene und bearbeitete Diamant ist der Brillant. Sein hoher Wert ergibt sich dabei nicht nur aus seiner relativen Seltenheit sowie der oft schwierigen Abbaubedingungen, sondern auch aus der Tatsache, dass sich gerade mal ein Viertel der Diamanten als Schmucksteine eignen. Von diesem Viertel wiederrum erfüllt nur ein Bruchteil die nötigen Anforderungen was Größe, Reinheit und Härte angeht, um zum Brillanten weiterverarbeitet werden zu können.

Die immer wieder als Hinweis auf den Wert eines Diamanten herangezogene Karat-Angabe beschreibt übrigens nichts weiter als das Gewicht des Edelsteins. Zudem werden die Steine nach ihrer Reinheit kategorisiert – diese reicht von „Piqué III“ als schlechtestem Wert bis hin zu „lupenrein“. Wenn man bedenkt, dass nur EIN Karat (also etwa fünf Gramm) Diamant auf der untersten Reinheitsstufe oft bereits um die 2000 Euro kostet, wird man nachvollziehen können, weshalb viele Heiratswilligen nach dem ersten Beratungsgespräch beim Juwelier doch lieber zu Swarowski umschwenken.

Nichtsdestotrotz: Es heißt nicht umsonst „Diamonds are a girls best friend“ – trotz oder gerade wegen ihrer Unbezahlbarkeit, ihrer Seltenheit und ihrer Schönheit sind Diamanten genau das, wonach sich viele sehnen. Das gilt im Übrigen längst nicht mehr nur für die Frauenwelt, denn wer sich den Schmuck von Weltstars wie Jay Z ansieht, weiß, dass auch die Männer längst den funkelnden Steinen verfallen sind. Es ist nicht besonders schwer nachzuvollziehen, warum.